Heilpflanzenporträt Hagebutte

Heilpflanzenportrait der Hagebutte

Hagebutte – Hundsrose

Rosa canina

Rosengewächse

Rosaceae

Botanik

Der Hagebuttenstrauch kann mehrere Meter hoch werden. Er hat fiese Stacheln und ist das ideale Zaungewächs, wenn niemand durchkommen soll. Die Blüten sind zart rosa oder weiß, duften sehr lieblich und sind schön anzusehen. Die Früchte sind eigentlich keine Früchte, sondern Kelchbecher, die die kleinen Nussfrüchte umschließen. Hagebuttensträucher stehen gern sonnig und sind extrem widerstandsfähig.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Carotin, Pektin, Dextrose, Säuren, Farbstoffe und Gerbstoffe sind in den Früchten enthalten. Blätter und Früchte haben viel Vitamin C, Mineralien und Spurenelemente, z.B. Kupfer und Zink. Die Blätter und Blüten sind ebenfalls gerbstoffhaltig. Die Kerne enthalten Vanillin, Fruchtsäuren und fettes Öl.

Traditionelle Verwendung

Hagebuttenfrüchte – fructus cynosbati

Die Früchte hießen auch Schlafäpfel und wurden für einen guten, erholsamen Schlaf unters Kopfkissen gelegt.
Aus den Samen machte man ein Pulver zur Stärkung der Zähne und des Zahnfleisches. Mit dem Öl, das aus den Samen gewonnen wird, behandelte man Narben und Altersflecken.
Man verwendete die Früchte mit und ohne Samen. Es gab auch lustige Namen, die darauf hinwiesen, dass man die Früchte lieber nicht mit den Samen verspeisen sollte, Arschkitzl oder Kratzärschle zum Beispiel. Daher wird Hagebuttenmarmelade oder -mus mit den Früchten ohne Kerne gekocht.
Ein Tee aus den Früchten ohne Kerne wurde gegen Darmerkrankungen und bei Magenkrämpfen, ja sogar bei Magenkrebs verwendet. Ein Tee aus den Früchten mit den Kernen wurde bei Nieren- und Blasenleiden angewendet. Die Hagebuttensamen sollen auch zu hohe Choleserinwerte senken und den Abbau von viszeralem Fett unterstützen.
Tee aus den Kernen trank man bei Gicht, Rheuma und Ischiasbeschwerden und sie sollten gegen Blasen- und Gallensteine helfen.
Das Pulver aus den getrockneten Früchten wurde bei der Behandlung von entzündlichen rheumatischen Beschwerden eingesetzt und zur Schmerzbehandlung bei Arthritis, Gicht und Arthrose.

Hagebuttenblätter – herba cynosbati

Aus den Blättern bereitete man Tee, der gegen Ödeme und Blasen- oder Nierenbeschwerden helfen sollte.

Hagebuttenknospen – gemmae cynosbati

Die Knospen wurden zur Stärkung des Immunsystems, bei Entzündungen im Rachen, bei Erkältung, Fieber, bei Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen verwendet.

Hagebuttenblüten – flores cynosbati

Aus den Blüten wurde ein wunderbar duftendes destilliertes Wasser gemacht. Man kann sie auch essen. Sie sehen toll aus als Garnierung auf dem Salat oder auf Torten.

Hagebuttenwurzel – radix cynosbati

Die Hagebutte wird auch Hundsrose genannt. Früher wurde ein Saft aus der Wurzel gegen Tollwut eingesetzt und bei der Behandlung von Hundebissen.

Verwendung in der Küche

Hagebutten schmecken super als süßer Aufstrich und in herzhaften Gerichten. Man kann vor allem Soßen sehr gut mit Hagebuttenmark verfeinern.

Rezept

Hagebuttenmark

3 Hände voll Hagebutten

Die Hagebutten waschen und die Enden abschneiden. Das ist schon anstrengend genug. Man könnte sie auch entkernen, aber das ist echt nervig. Ich bedecke sie mit Wasser, lasse sie eine halbe Stunde köcheln und streiche sie dann durch ein Sieb um die Kerne zu entfernen, fülle das Mark in kleine Gläser und friere sie ein.

Für einen süßen Aufstrich kann man das Mark mit Datteln, Aprikosen oder Feigen im Mixer pürieren und ebenfalls einfrieren.

Indikationen nach Kommission E

  • Die Kommission E erteilte der Hagebutte nur eine „Null-Monografie“. Das heißt, dass die Wirkung noch nicht ausreichend belegt ist.
  • Hagebutte kann nur als Nahrungsergänzungsmittel, Hilfs- oder Schmuckdroge oder als Geschmackskorrigens verwendet werden.
  • Es gibt allerdings für Litozin® (Nahrungsergänzungsmittel aus Hagebuttenpulver) schon mehrere Wirksamkeitsstudien für die Therapie von Arthrosebeschwerden

Verwechslungen

Es gibt viele Wildrosenarten. Und alle Rosen bilden ähnliche Scheinfrüchte aus. Wirklich verwechseln kann man die Hagebutte aber eigentlich nur mit der Essigrose, deren Blüten aber meistens eine kräftigere Farbe haben, rosarot bis lila.

Hagebutte

Beitragsnavigation