Heilpflanzenportrait des Grünkohls

Grünkohl

Brassica oleracea var. sabellica

Kreuzblütengewächse

Brassicaceae

Botanik

Unser Grünkohl stammt vom Wildkohl ab. Er hat keinen geschlossenen Kopf, wie so viele andere Kohlarten. Er hat große, krause Blätter, die an einem starken Strunk wachsen, der bis zu 1m hoch wachsen kann. Grünkohl ist eine zweijährige Pflanze, blüht also erst im zweiten Jahr. Daher bekommen wir die hübschen gelben Blüten nur zu sehen, wenn wir ihn mal nicht ernten. Es gibt viele Varianten des Grünkohls, die überall auf der Welt gerne gegessen werden. Ursprüngleich kommt er aus Mittelmeerraum.

Inhaltsstoffe

Proteine, Vitamine (Betacarotin, C, K, B5, B9, Folsäure) Flavonoide, Senfölglycoside, Calzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Tryptophan, Omega 3 Fettsäuren, viel Chlorophyll

Für ein Gemüse hat Grünkohl extrem viel Protein, mehr als 4g in 100g. Wir können unseren Tagesbedarf an Betacarotin und Vitamin C mit 100g Grünkohl decken. Vom Vitamin K liefert er sogar den dreifachen Tagesbedarf. Nur die Brennessel hat mehr Calzium als Grünkohl. Also, wenn irgendetwas als „Superfood“ bezeichnet werden sollte, dann ist es der Grünkohl. Wir müssen also gar nicht in die Ferne schweifen, wir haben alles, was wir brauchen vor der Haustür.

Traditionelle Verwendung

Hippokrates empfahl Grünkohl gegen Magenbeschwerden, Durchfall, Husten und Heiserkeit. Für die Griechen war der Kohl eine heilige Pflanze. Er sei aus einem Schweißtropfen des Zeus entsprungen, während er sich über ein Orakel den Kopf zerbrach. Die Römer waren der Meinung, dass Kohl essen vor Trunkenheit schützt. Die Dämpfe des gekochten Kohlblattes wurden eingeatmet um den Kater nach der Party zu lindern. Bei allen möglichen Leiden wurden Kohlblätter gewalzt oder gestampft und aufgelegt, gedämpft, gekocht, in Essig eingelegt, milchsauer vergoren oder roh gegessen.

Grünkohl wirkt positiv auf Haut und Schleimhaut, unterstützt die Verdauung, senkt den Cholesterinspiegel, stärkt das Immunsystem, reguliert die Blutgerinnung, beugt Arteriosklerose vor, ist ein Segen für die Herzgesundheit, hemmt Entzündungen, beugt Krebs vor, wirkt ausgleichend auf den Blutdruck, beugt Osteoporose vor und macht gute Laune.

Verwendung in der Küche

Wer den Grünkohl bisher nur gekocht und mit fetter Wurst gegessen hat, der hat echt was verpasst. Ich esse ihn am liebsten als Salat, als Chips oder im Smoothie. Den weihnachtlichen Grünkohl esse ich gerne mit gebratenem Tofu und Zwiebeln.

Grünkohlsalat und Grünkohlchips

3 Wedel Grünkohl, in mundgerechte Stücke gerupft, die Blattrippe entfernt
2 Knoblauchzehen, gehackt
2 rote Chilis, entkernt und sehr klein gehackt
3 El Olivenöl
1 Tl frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 Tl Salz
1 bis 2 El Zitronensaft

Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und dabei etwas quetschen.
Für zwei Tage im Kühlschrank marinieren lassen und immer mal umrühren.
Der Kohl wird durch das Marinieren etwas weicher und ist auch gar nicht mehr bitter, aber sehr intensiv und lecker.

Ich serviere diesen Salat gerne zu einer milden Kürbissuppe und streue noch geschälte Hanfsamen und Kürbiskerne darüber – für mich das ideale Herbstessen.

Wenn man den Salat im Dörrapparat bei 42 Grad ca 12 Stunden trocknet, hat man leckere Grünkohlchips in Rohkostqualität, die in Nullkommanüscht weg sind, wenn man sie auf den Tisch gestellt hat.

 

 

Grünkohl

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